Für das Studenten Magazin Zypresse, schrieb ich einen Text zum Thema Planet B. Dazu begleitete ich einen Tag lang einen Survival-Coach um zu sehen, ob ich denn überhaupt überlebensfähig auf dem Planeten A wäre.


 

Ich stehe im Wald, die Luft ist feucht, der Boden ist ganz aufgeweicht und es riecht leicht modrig. Ich spüre einen ersten Tropfen auf der Nasenspitze. Dann immer mehr. Normalerweise kein Problem für mich, Regen macht mir nichts aus, ich bin ja schliesslich nicht aus Zucker. Aber für mein Vorhaben die denkbar schlechtesten Voraussetzungen. 

Feuer machen ohne Hilfsmittel. Das möchte ich heute versuchen. Aber natürlich nicht alleine. Mit der Hilfe von Survival Guide Gion Saluz, der mir zeigen wird, wie ich das überhaupt zu Stande bringe, möchte ich im Winter an einem regnerischen Mittwoch Nachmittag mitten im Wald ein Feuer entfachen.

Man muss vielleicht an dieser Stelle erwähnen, dass ich rund zwölf Jahre lang eine engagierte Pfadfinderin war, die Lager leitete, Kinder ausbildete und auch entsprechend ausgebildet wurde. Aber ums Feuer machen kam ich immer irgendwie drumherum. Nicht, dass ich es nicht probieren wollte. Aber wie beim Zelt aufstellen oder Karten lesen, gab es irgendwie immer jemanden, der das besser konnte. Feuer machen mit Hilfsmitteln, das konnte ich problemlos. Ein bisschen (zu viel) Brennsprit, ein paar Anzündwürfel, jede Menge Zeitung, etwas Holz und schon brannte ein prächtiges Feuer – auch beim schlechtesten Wetter. Aber so ganz ohne Hilfe klappte das nur ganz selten. Diese hat man aber nicht immer zur Verfügung. Auch hätte ich keine Ahnung, wie man überhaupt vorgeht und auf was man Acht geben muss beim Vorbereiten eines solchen Feuers.

Netflix und chillen anstatt jagen und sammeln

Würde die Welt tatsächlich untergehen, wie das K.I.Z in ihrem Song so schön beschreiben, dann wäre ich  ziemlich aufgeschmissen. Und so geht es vermutlich den meisten Leuten. In der freien Natur überleben ist für die wenigsten erstrebenswert. Zu bequem ist unser Leben heute geworden, dank all den technischen Errungenschaften. Lieber Netflix und chillen anstatt jagen und sammeln. Daran ist eigentlich auch nichts Verwerfliches. Aber wenn ich dann von solchen Unterfangen, wie der Mars Mission höre, dann fange ich innerlich an zu kochen.

Wenn doch ein Grossteil der Bewohner auf diesem Planeten, hier nicht überleben können, ohne die Hilfe von Technik und fancy Gadgets, dann kann man doch nicht einfach einen neuen Planeten besiedeln? Der Mensch ist in etwa so selbständig wie der rote Panda – nur durch Glück sind wir nicht vom Aussterben bedroht. Wir haben noch nicht einmal alles entdeckt, was es hier zu entdecken gibt und der Mensch will schon wieder verschwinden. Es kommt mir so vor, wie wenn ich meiner Katze ein neues, teures Spielzeug aus dem Laden mitbringe, ich sie aber fünf Minuten später mit einer leeren Kartonschachtel spielen sehe.

Die Mars Mission ist verschwenderisch und die Ressourcen würden besser für den Planeten eingesetzt werden, den wir haben. Sonst sitzen wir tatsächlich alle bald im Atomschutzbunker und singen «Hurra diese Welt geht unter» im Chor. Und dann wünschten wir, dass wir uns besser mit der Erde und ihrer Vielfältigkeit auseinandergesetzt hätten.

Ein Selbstversuch im Wald

Deshalb machte ich mich an diesem regnerischen Tag auf in den Wald, um herauszufinden ob ich dazu in der Lage wäre, ein einfaches Feuer zu machen, wenn ich wirklich darauf angewiesen wäre. Und die Antwort ist: Nein, wäre ich nicht.

Doch Survival-Guide Gion Saluz erklärte mir genau, wie man am besten vorgeht und machte Mut. Im Anschluss hatte ich sogar noch Zeit, um ihn zu fragen, was er als Survival-Guide, denn von der Mars Mission hält.