Im Winter 2019 verbrachte ich drei Wochen in Chile. Meine Reise führte mich durch Patagonien, kleinere und grössere Städte im Norden und das Pisco-Tal.

Patagonien

Unsere Reise begann in Patagonien eine Region, die mit eindrücklichen Landschaften lockt, hohen Bergen und reissenden Flüssen – und dieser endlosen Weite, die einem das Gefühl gibt, am Ende der Welt zu sein.

Fünf Tage verbrachten wir in den Parks von Torres del Paine und wanderten den berühmten W-Trek. Fünf Tage lang waren wir der Witterung ausgesetzt, trotzten den kalten Temperaturen, dem starken Wind und den Touristenmassen.

Obwohl wir Patagonien nicht während der Hochsaison besuchten, gesellten sich unserem Wander-Abenteuer noch ganz viele andere Outdoor-Enthusiasten dazu. Von aller Welt wanderten Menschen zur gleichen Zeit wie wir durch den Park – viele von ihnen sahen wir fast jeden Tag irgendwo auf dem Weg oder in den Unterkünften. Amerikaner, Mexikaner, Japaner – und natürlich auch ein paar Schweizer. Um den kleinen Staus, die sich teilweise auf den Wegen bildeten auszuweichen, brachen wir immer so früh wie möglich auf und liefen im Dunkeln los. So hatten wir Ruhe und trafen erst spät auf die ersten Mitwanderer. Also liefen wir alleine durch die verwilderten Wälder und begegneten dort spielenden Andenfüchse oder einem bunten Greifvogel mit dem passenden Namen dazu: Schopfkarakara.

Wir nächtigten Zelten, die von den starken Winden durchgeschüttelt wurden. Trotz extremer Müdigkeit, die nach den strengen Strapazen des Tages einsetzte, konnte ich selten schlafen. Ich wachte immer wieder auf, in der festen Überzeugung, dass unser Zelt davonfliegt. Dergleichen ist natürlich nichts passiert – an Schlaf mangelte es mir dann aber trotzdem. An unserem Plan, immer möglichst früh aufzustehen, hielten wir trotz allem fest. Immerhin konnte ich atemberaubende Sonnenaufgänge mit meiner Kamera festhalten. Innert Sekunden verfärbten sich die grauen Wolken blutrot, die Bergspitzen leuchteten in einem fast schon kitschigen Pink und der Himmel strahlte in einem satten Türkis. Dieses Wechselspiel von Farben und Lichtverhältnissen führte dazu, dass ich die Kamera kaum ein einziges Mal im Rucksack liess und die Wanderungen durch den Sucher meiner Canon betrachtete.